Norwegen beschlagnahmt russisches Schiff in Arktis

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Norwegen beschlagnahmt russisches Schiff in Arktis. beck-aktuell, 03.09.2026 (abgerufen am: 04.09.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/205086)
Norwegische Behörden halten das russische Schiff "Professor Molchanov" auf Spitzbergen fest. Grund ist ein Antrag eines ukrainischen Unternehmens, das 2014 auf der Krim Vermögenswerte verloren hatte. In Russland ist von einer Entführung die Rede.
Auf der Inselgruppe Spitzbergen ist ein russisches Schiff von norwegischen Behörden beschlagnahmt worden. Der Vorgang erfolgte auf Antrag des staatlichen ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz, wie die Behörden in Spitzbergen mitteilten. Hintergrund ist ein früherer Beschluss eines Schiedsgerichts, der Russland zu Entschädigungszahlungen verpflichtet hatte. Moskau wirft Norwegen nun Piraterie vor.
Den Angaben nach wurde das Schiff "Professor Molchanov" am Mittwoch auf Anordnung eines Gerichts beschlagnahmt und liegt nun bis auf Weiteres im Hafen. "Der rechtliche Prozess und das Urteil sind Teil des Kampfes des Unternehmens um die Rückforderung von Geldern, die 2014 von Russland enteignet wurden", heißt es in der Mitteilung.
Gemeinsam mit dem Bergbauunternehmen Trust Arktikugol werde man sich um die Besatzung und Passagiere des kommerziellen Schiffs kümmern, sagte der oberste Beamte von Spitzbergen, der sogenannte Sysselmester Lars Fause, dem Sender NRK.
Moskau spricht von Entführung
Nach Angaben von Naftogaz geht es um Vermögenswerte auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim, die infolge der russischen Annexion 2014 enteignet wurden. Das Unternehmen besaß dort etwa große Vermögenswerte im Öl- und Gassektor. Die Beschlagnahme des Schiffes sei angeordnet worden, um ausstehende finanzielle Verpflichtungen Moskaus durchzusetzen. Hintergrund ist eine Entscheidung eines Schiedsgerichts aus dem Jahr 2023. Dieses hatte Naftogaz für enteignete Vermögenswerte auf der Krim rund 4,2 Milliarden US-Dollar (etwa 3,6 Milliarden Euro) zugesprochen.
Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, sagte der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge, dass Entführung der bessere Begriff für das Vorgehen sei. Man sehe nun ein Gesamtbild dessen, was passiere. Sie warf dem Westen vor, Piraterie legalisiert zu haben.
- Redaktion beck-aktuell, js
- dpa
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Norwegen beschlagnahmt russisches Schiff in Arktis. beck-aktuell, 03.09.2026 (abgerufen am: 04.09.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/205086)



