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Buckelwal beschäftigt die Justiz

Timmy beschert Staatsanwaltschaft viel Arbeit

Ein Buckelwal schwimmt im blauen Meer.
Der Wal Timmy (Symbolbild) bleibt auch nach seinem Tod Thema - vor allem für die Schweriner Staatsanwaltschaft. © Todd Winner / Adobe Stock

So etwas hat die Staatsanwaltschaft Schwerin nach Angaben eines Sprechers bislang nicht erlebt: Zahlreiche Anzeigen und andere Eingaben mit Bezug zum Buckelwal erreichen die Behörde – nicht nur aus Mecklenburg-Vorpommern.

Der lange an der deutschen Ostseeküste festsitzende und inzwischen tot auf einer dänischen Insel liegende Buckelwal beschert der Staatsanwaltschaft Schwerin noch ein längeres Nachspiel. Dreistellig sei mittlerweile die Anzahl der Vorgänge mit Wal-Bezug, sagte Jonas Krüger, Sprecher der Ermittlungsbehörde, der Deutschen Presse-Agentur.

Diese Masse an Eingaben sei für die Staatsanwaltschaft seines Wissens ein neues Phänomen. Sie stammten nicht nur aus Mecklenburg-Vorpommern, landeten aber wegen der Zuständigkeitsvorschriften trotzdem in Schwerin.

Es handle sich bei den Vorgängen nicht nur um Anzeigen, sondern teils auch nur um Hinweise. Menschen hätten etwa ihre Hilfe angeboten und das gleich an viele Stellen geschickt. "Ich kann auch mit Walen reden", habe etwa jemand geschrieben. Es seien "aberwitzige" Dinge dabei, sagte Krüger. Der Wal hatte die Justiz auch schon zu seinen Lebzeiten beschäftigt.

Backhaus angezeigt – mit gegenteiligen Vorwürfen

Die vorliegenden Anzeigen gingen in unterschiedliche Richtungen. Aus der Zeit, als man sich zeitweise dafür entschieden hatte, den Wal weitgehend in Ruhe zu lassen, stammten etwa Vorwürfe der unterlassenen Hilfeleistung. Später gingen laut Krüger Anzeigen mit Verweis auf das Tierschutzgesetz ein, die sich gegen die Transportmaßnahmen richteten.

Anzeigen richteten sich gegen verschiedenste Menschen, etwa gegen Beteiligte des Transports. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) sei wegen allem Möglichen angezeigt worden – weil er nichts gemacht habe, weil er etwas unternommen habe. Unter anderem seien auch Mitarbeiter des Deutschen Meeresmuseum, das an der Bergung nicht beteiligt war, angezeigt worden.

Krüger erklärte, er habe den Eindruck, dass praktisch jeder und jede, der oder die auch dank der Medienberichterstattung mit dem Wal in Verbindung gebracht wurde, angezeigt wurde. Selbst Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), die sich aus dem Fall des Wales heraushielt, habe es getroffen.

Alles landet in Schwerin

Die Zuständigkeit Schwerins liegt laut Krüger darin begründet, dass sich der Wal lange Zeit vor der Insel Poel befand. Für diesen Bereich sei das AG Wismar und damit wiederum die Schweriner Staatsanwaltschaft zuständig.

Wenn jemand andernorts in Deutschland etwa online eine Anzeige stelle, werde diese in der Regel an die für den Wohnort zuständige Polizeidienststelle weitergeleitet, erklärte Krüger. Die Polizei gebe den Vorgang weiter an die jeweils zuständige Staatsanwaltschaft, die es dann nach Schwerin weiterleite.

Krüger konnte nicht sagen, wie viel gegebenenfalls noch auf die Schweriner zukommt. Auch inwiefern tatsächlich Anhaltspunkte für Ermittlungen vorliegen, sei unklar. Teils würden Vorgänge auch gegebenenfalls noch zusammengefasst. So oder so – sichten müsse die Behörden alle Eingänge.