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Geschäftsführung ohne Auftrag (GoA)

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Parkplatzbetreiberin darf direkt abschleppen
Parkschein abgelaufen

Parkplatzbetreiberin darf direkt abschleppen

Wer auf einem privaten Parkplatz länger stehen bleibt als bezahlt, begeht verbotene Eigenmacht. Das stellt der BGH klar. Daher dürfe der Grundstückseigentümer das Fahrzeug ohne Zuwarten abschleppen – auch wenn zuvor ordnungsgemäß ein Parkschein gelöst wurde.

Abschleppfirma muss Pkw gegen Bezahlung der Rechnung herausgeben

Abschleppfirma muss Pkw gegen Bezahlung der Rechnung herausgeben

Eine Abschleppfirma muss ein bei ihr verwahrtes Fahrzeug herausrücken, wenn der Halter anbietet, die bisher angefallenen Kosten zu bezahlen. Das hat der BGH am Freitag entschieden – und damit eine Rechnung von knapp 5.000 Euro auf 75 Euro zurechtgestutzt.

Aufwendungsersatz für Verwalter trotz Abweichung vom WEG-Beschluss

Aufwendungsersatz für Verwalter trotz Abweichung vom WEG-Beschluss

Eine Verwalterin einer Wohnungseigentümergemeinschaft hat grundsätzlich auch dann einen Gegenanspruch auf Aufwendungsersatz, wenn sie gegen den ausdrücklichen Willen der Gemeinschaft handelt. Der Bundesgerichtshof verneinte eine Sperrwirkung des WEG für die GoA- und Bereicherungsrechtsregeln in einem Fall, in dem die Verwalterin eine andere Firma als gewollt beauftragte, weil diese ein günstigeres Angebot abgegeben hatte.

Vorsorgevollmacht Demenzkranker

Vorsorgevollmacht Demenzkranker

Ein naher Angehöriger kann, sofern er erstinstanzlich in einer Betreuungssache beteiligt war, gegen einen Betreuungsbeschluss der Beschwerdeinstanz im eigenen Namen eine Rechtsbeschwerde führen. Dazu muss er laut  Bundesgerichtshof weder Erstbeschwerde eingelegt haben noch durch die Entscheidung formell beschwert sein. Hat ein Demenzkranker eine Vorsorgevollmacht erteilt, müsse das Gericht alle Bedenken ausräumen, ob er zu diesem Zeitpunkt geschäftsunfähig war.

Bei Hilfe für Dritte darf kein unverhältnismäßiges Risiko eingegangen werden
OLG Köln

Bei Hilfe für Dritte darf kein unverhältnismäßiges Risiko eingegangen werden

Nimmt jemand fremde Aufgaben wahr, kann er einen hieraus entstehenden Schaden jedenfalls dann nicht ersetzt verlangen, wenn das Verhältnis zwischen dem Anlass für das Verhalten und dem dabei eingegangenen Risiko unangemessen ist. Dies hat das Oberlandesgericht Köln mit Beschluss vom 11.02.2020 entschieden. Geklagt hatte eine über 70-jährige Frau aus dem Aachener Umland, die beim Versuch, eine verstopfte Bachverrohrung freizulegen, gestürzt war (Az.: 7 U 311/19).

EuGH entscheidet erstmals über Recht auf Zugang zu Akten zum Genehmigungsverfahren für das Inverkehrbringen von Arzneimitteln

EuGH entscheidet erstmals über Recht auf Zugang zu Akten zum Genehmigungsverfahren für das Inverkehrbringen von Arzneimitteln

Der Europäische Gerichtshof hat mit Urteilen vom 22.01.2020 das Recht auf Zugang zu Dokumenten bestätigt, die in den Akten zu einem Antrag auf Genehmigung für das Inverkehrbringen von Arzneimitteln enthalten sind. Gleichzeitig stellte er klar, dass ein Widerspruch gegen einen solchen Zugang Erläuterungen zu Art, Gegenstand und Tragweite der Daten enthalten müsse, deren Verbreitung geschäftliche Interessen beeinträchtigen würde (Az.: C-175/18 P und C-178/18 P).

WEG muss nicht für eigenmächtigen Fenstertausch eines Eigentümers zahlen
BGH

WEG muss nicht für eigenmächtigen Fenstertausch eines Eigentümers zahlen

Ein Wohnungseigentümer, der die Fenster seiner Wohnung in der irrigen Annahme erneuert hat, dies sei seine Aufgabe und nicht die gemeinschaftliche Aufgabe der Wohnungseigentümer, hat keinen Anspruch auf Kostenersatz. Dies hat der Bundesgerichtshof mit Urteil vom 14.06.2019 entschieden. Die Richter erläuterten, ein Anspruch nach den Vorschriften der Geschäftsführung ohne Auftrag oder des Bereicherungsrechts würde den schutzwürdigen Interessen der anderen Wohnungseigentümer zuwider laufen. Die Regelungen des Wohnungseigentumsgesetzes seien immer vorrangig (Az.: V ZR 254/17).

Kein Ersatz von Aufwendungen eines Tierschutzvereins für Fundtiere ohne Ablieferung
BVerwG

Kein Ersatz von Aufwendungen eines Tierschutzvereins für Fundtiere ohne Ablieferung

Stehen der Ablieferung eines Fundtieres bei der Fundbehörde Gründe des Tierschutzes nicht entgegen, so kann ein Tierschutzverein den Ersatz von Aufwendungen grundsätzlich nur verlangen, wenn die Fundbehörde ihn beauftragt hat, das Tier in Obhut zu nehmen. Das hat das Bundesverwaltungsgericht mit Urteilen vom 26.04.2018 entschieden (Az.: 3 C 5.16, 3 C 6.16 und 3 C 7.16).

Aufgabe des Eigentums an einem Hund ist nicht möglich
BVerwG

Aufgabe des Eigentums an einem Hund ist nicht möglich

Eine Gemeinde, die einen verwilderten Hund an sich nimmt und in einem Tierheim unterbringt, erfüllt damit eine eigene Aufgabe als Fundbehörde und kann von einer anderen Behörde nicht den Ersatz ihrer Aufwendungen verlangen. Das hat das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 26.04.2018 entschieden. Ein Hund ohne feststellbaren Besitzer unterliege dem Fundrecht, argumentierte das Gericht. Er sei nicht als herrenlos zu behandeln, weil die Aufgabe des Eigentums durch Besitzaufgabe (Dereliktion, § 959 BGB) gegen das Verbot verstößt, ein in menschlicher Obhut gehaltenes Tier auszusetzen, um sich seiner zu entledigen (§ 3 Nr. 3 TierSchG) (Az.: 3 C 24.16).

Kein Vergütungsanspruch des Betreuers ohne Betreuerbestellung
BGH

Kein Vergütungsanspruch des Betreuers ohne Betreuerbestellung

BGB §§ 1836 I, 1908i I 1; VBVG § 2 II 2 Ein im Vergütungsfestsetzungsverfahren festzusetzender Vergütungsanspruch des Betreuers kann sich nur für den Zeitraum der Betreuerbestellung ergeben. Für einen Zeitraum, der zwischen dem Ablauf einer vorläufigen Betreuung und der Betreuerbestellung in der Hauptsache liegt, kommt ein solcher Anspruch deshalb nicht in Betracht. (Leitsatz des Gerichts) BGH, Beschluss vom 02.03.2016 - XII ZB 196/13, BeckRS 2016, 08736