Direkt zum Inhalt
Direkt zum Inhalt
22 Jahre am BGH

Vizepräsident Ellenberger tritt in den Ruhestand

Ein Mann in roter Richterrobe mit Schnauzbart und Brille sitzt an einem Tisch mit Blick nach vorne.
Jürgen Ellenberger bei einer Verhandlung des XI. Zivilsenats im April 2021. © picture alliance/dpa | Uli Deck

22 Jahre lang war Jürgen Ellenberger Richter am BGH, seit Ende 2016 auch Vizepräsident des Gerichts. Mit Ablauf des August tritt der 1960 Geborene in den Ruhestand.

Als Vizepräsident des BGH übernahm Ellenberger neben den gesetzlich zugewiesenen Aufgaben zahlreiche organisatorische Sonderaufgaben, darunter die Leitung der Arbeitsgruppe zur Vorbereitung des Festjahres anlässlich des 75-jährigen Bestehens von BGH, Generalbundesanwalt und Rechtsanwaltschaft beim BGH.

Dem BGH gehörte Ellenberger seit September 2004 an. Im XI. Zivilsenat, der insbesondere für das Bank-, Börsen- und Wertpapierrecht zuständig ist, wirkte er mehr als zwei Jahrzehnte und prägte dessen Rechtsprechung maßgeblich. 2015 wurde ihm der Vorsitz des Senats übertragen. Bereits seit 2008 vertritt er den Senat als ordentliches Mitglied im Großen Senat für Zivilsachen. Zudem gehört er seit 2012 dem Gemeinsamen Senat der obersten Gerichtshöfe des Bundes als Vertreter des XI. Zivilsenats an. Seit Juli 2020 vertrat er dort zusätzlich den Großen Senat für Zivilsachen. Im Jahr 2016 verlieh ihm die Johannes Gutenberg-Universität Mainz eine Honorarprofessur.

Vor seiner Berufung an den BGH war Ellenberger im Hessischen Justizministerium tätig. Von 2001 bis 2003 arbeitete er dort als Referatsleiter in einer Fachabteilung sowie als Referent für politische Grundsatzfragen im Ministerbüro. Zuvor war er an das OLG Frankfurt a.M. abgeordnet worden, wo er im Jahr 2000 zum Richter am OLG befördert wurde.

Seine richterliche Laufbahn begann er in Hessen, wo er beim LG Marburg 1993 zum Richter am LG ernannt wurde. Zwischen 1996 und 1999 war er bereits als wissenschaftlicher Mitarbeiter an den BGH abgeordnet. Nach Abschluss seiner juristischen Ausbildung trat er im September 1990 in den höheren Justizdienst des Landes Hessen ein und war in seiner Proberichterzeit beim AG Alsfeld und beim LG Marburg eingesetzt.