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Ägypten

Gericht bestätigt Todesurteile gegen elf Fußball-Ultras

Und ewig grüßt das Schlüsseltier

Ein ägyptisches Gericht hat am 09.06.2015 die Todesurteile gegen elf Fußball-Ultras bestätigt, die für tödliche Ausschreitungen während des Arabischen Frühlings verantwortlich gemacht werden. Nach Berücksichtigung der Meinung des Muftis, der höchsten staatlichen Glaubensautorität im Land, bekräftigten die Richter ihre Entscheidung vom 19.04.2015.Gegen die Todesurteile kann Berufung eingelegt werden.

Ausschreitungen führten zu 74 Toten

In dem Verfahren geht es um Ausschreitungen im Februar 2012 im Stadion der nordägyptischen Stadt Port Said, bei denen 74 Menschen ums Leben gekommen waren. Fans des örtlichen Vereins Al-Masri waren damals in einer politisch aufgeheizten Situation nach dem Abpfiff brutal auf Anhänger des Kairoer Clubs Al-Ahli losgegangen. Mit Flaschen, Steinen, Messern und sogar Pistolen bewaffnete Ultras griffen damals die Profis von Al-Ahli und Anhänger des Kairoer Vereins an. Im vergangenen Februar kamen bei blutigen Krawallen im Vorfeld eines Kairoer Derbys erneut mindestens 19 Menschen ums Leben. Drei Monate später wurden alle Ultra-Vereinigungen verboten.

Ultras waren politisch aktiv

Die Fans von Al-Ahli galten als Speerspitze der Rebellion gegen den Langzeitpräsidenten Husni Mubarak. Ultras in Ägypten sind nicht nur Fußballfans, sondern auch politisch aktiv. Sie galten 2011 als Speerspitze der Revolution gegen den damaligen Langzeitpräsidenten Husni Mubarak. Besonders Fans des Kairoer Traditionsclubs Al-Ahli stellten sich damals der Polizei und den Schlägerbanden des Regimes auf dem Tahrir-Platz entgegen.

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