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Änderung des Transplantationsgesetzes

Bundesrat ermöglicht mehr Lebendorganspenden

Ein Arzt hält einen Organspendeausweis in die Kamera
Das Gesetz ermöglicht Nierenspenden in mehr Fällen. © Alexander Raths / Adobe Stock

Tausende Patienten müssen lange auf eine lebensrettende Niere warten. Nun ist ein Gesetz besiegelt, das die Aussichten verbessern soll - mit erweiterten Möglichkeiten für Organspenden.

Dringend benötigte Nierentransplantationen für schwer kranke Patientinnen und Patienten sollen künftig häufiger möglich werden. Der Bundesrat billigte ein vom Bundestag beschlossenes Gesetz, das bisher enge Grenzen für Organentnahmen bei lebenden Spendern weiter fasst. Damit wird der Kreis möglicher Spender und Empfänger vergrößert. Aufgehoben wird die Regel, dass Lebendspenden nur zulässig sind, wenn es kein Organ eines Gestorbenen gibt.

Ermöglicht werden künftig auch Spenden zwischen unterschiedlichen Paaren "über Kreuz". Konkret geht es um das Übertragen einer Niere, wenn es unter Spenderpaaren medizinisch nicht direkt möglich ist. Künftig soll die Niere dann nicht an die geplante nahe Person, sondern an einen passenden Empfänger gehen können, der mit einem für sich vorgesehenen nahestehenden Spender ebenfalls nicht kompatibel ist. Im Gegenzug geht die Spenderniere des anderen Paares an die Empfängerin oder den Empfänger des ersten Paares.

Weiterhin ist zukünftig die "nicht gerichtete anonyme Nierenspende" – also die anonyme Spende an eine nicht bekannte Person – erlaubt. Die spendende Person hat dabei keinen Einfluss auf den Empfänger.

Schutz für Spender

Für Vermittlung und Durchführung der anonymen und der Überkreuz-Lebendnierenspenden sieht das Gesetz den Aufbau eines nationalen Programms vor. Außerdem besteht künftig die Pflicht zur unabhängigen psychosozialen Beratung der Spendenden. Auch müssen die Betroffenen im Transplantationszentrum über den gesamten Spendeprozess – vor, während und nach der Spende – individuell betreut werden.

Benötigt später ein Lebendnierenspender wegen einer Erkrankung selbst eine Nierentransplantation, soll dies bei der Vermittlung von postmortal gespendeten Nieren angemessen berücksichtigt werden. Gespendete Organe werden dringend benötigt. Ende vergangenen Jahres warteten nach Daten der Stiftung Eurotransplant 6.200 Patientinnen und Patienten auf Nieren.