Argentinien erreicht Einigung mit italienischen Gläubigern

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Argentinien erreicht Einigung mit italienischen Gläubigern. beck-aktuell, 03.02.2016 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/181291)
Argentinien hat im Schuldenstreit einen ersten Kompromiss erzielt. Die Regierung des konservativen Staatschefs Mauricio Macri habe mit italienischen Gläubigern eine Vorvereinbarung über 900 Millionen Dollar (830 Millionen Euro) unbezahlter Staatspapiere erreicht, teilte Finanzminister Alfonso Prat-Gay am 02.02.2016 auf einer Pressekonferenz in Buenos Aires mit. Laut Prat-Gay könnte die Einigung einen Präzedenzfall für die laufenden Verhandlungen über ausstehende Schulden bilden.
Einigung betrifft 15% der Schulden aus alten Anleihen
Die Absprache betreffe rund 50.000 Investoren, die von der Vereinigung Task Force Argentina (TFA) vertreten werden, so Prat-Gay. Es handelte sich um rund 15% der Anleihen, deren Inhaber nach der Staatspleite von 2001 die Umschuldungen Argentiniens von 2005 und 2010 ablehnten. Mit etlichen anderen Gläubigern ringt Buenos Aires weiter um einen Kompromiss. Der Regierungswechsel im Dezember 2015 hat die Hoffnung auf eine Lösung des jahrelangen Rechtskonflikts, der dem Land den Zugang zu internationalen Krediten erschwert, aber erhöht.
Verhandlungen mit US-Investoren stocken wieder
Die Vereinbarung mit der TFA muss noch von der Versammlung der Anleihehalter und vom argentinischen Parlament bestätigt werden. Eine Einigung mit den italienischen Gläubigern könnte einen Präzedenzfall für die laufenden Verhandlungen über den Großteil der ausstehenden Schulden in Höhe von etwa neun Milliarden Dollar darstellen, um die Argentinien mit klagenden Investoren ringt. Die Gespräche unter Führung des vom zuständigen Richter Thomas Griesa eingesetzten Vermittlers Daniel Pollack kamen diese Woche aber wieder ins Stocken.
Prat-Gay: Zinsforderungen einiger US-Investoren "unannehmbar"
Einige US-Investoren, die argentinischen Staatspapiere besitzen, forderten einen "unannehmbaren" Zinssatz, betonte Prat-Gay. Der Fall wird bei einem New Yorker Gericht verhandelt, weil die strittigen Anleihen einst unter US-Recht verkauft wurden, um sie für internationale Anleger attraktiver zu machen. Bei dem Kompromiss mit den italienischen Gläubigern hat Argentinien laut lokalen Medienberichten eine Auszahlung von insgesamt 1,4 Milliarden Dollar akzeptiert und nimmt damit Zinszahlungen von über 50% hin.
- Redaktion beck-aktuell
- dpa
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Argentinien erreicht Einigung mit italienischen Gläubigern. beck-aktuell, 03.02.2016 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/181291)



