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Verfahrensrecht (AO, FGO, Gemeinnützigkeitsrecht)

Cum-Ex-Kronzeuge kommt nicht ins Gefängnis
Wegen Kooperationsbereitschaft

Cum-Ex-Kronzeuge kommt nicht ins Gefängnis

Sein früherer Mentor Hanno Berger sitzt längst hinter Gittern, das bleibt dessen einstigem Zögling Kai-Uwe Steck erspart. Die Kölner Staatsanwaltschaft scheiterte mit einem Antrag in Karlsruhe.

Gericht kann Hinweispflicht auf falsche Klageeinreichung treffen
EGVP statt beA

Gericht kann Hinweispflicht auf falsche Klageeinreichung treffen

Eine Klage erreicht das FG auf einem unzulässigen Übermittlungsweg. Ein Richter bestätigt den Eingang und fordert zur Klagebegründung auf, hält es aber nicht für nötig, den Anwalt auf die fehlerhafte Übermittlung hinzuweisen. Der BFH gewährt Wiedereinsetzung.

Klageeinreichung kann trotz falschen Formats wirksam sein
Word statt PDF

Klageeinreichung kann trotz falschen Formats wirksam sein

Ein Steuerberater reicht eine Klage elektronisch ein – allerdings als Word- statt als PDF-Datei. Sein Glück: Das FG, das die Akten noch in Papier führt, druckt die Klageschrift aus und nimmt sie zur Akte. Der BFH behandelt die Klage deshalb als formwirksam.

22 Kilometer für den Arbeitgeber, 99 fürs Finanzamt
Steuerhinterziehung

22 Kilometer für den Arbeitgeber, 99 fürs Finanzamt

Wer seinem Arbeitgeber eine kürzere Pendelstrecke meldet als dem Finanzamt, riskiert mehr als eine Steuernachzahlung. Das FG Niedersachsen sah in den widersprüchlichen Angaben eines Firmenwagennutzers eine Steuerhinterziehung.

Internetrecherche des Gerichts gehört in die Akte
Gewährung rechtlichen Gehörs

Internetrecherche des Gerichts gehört in die Akte

Wohl aus hintergründigen Internetrecherchen hat ein Finanzgericht abgeleitet, dass ein Kläger tatsächlich „persönliche Gründe“ verfolge und daher kein Rechtsschutzbedürfnis habe. Der BFH hebt auf: Solche Recherchen hätten im Verfahren zur Sprache kommen müssen.

Klingbeil plant härtere Gangart gegen Steuerbetrüger
Strafbefreiende Selbstanzeige

Klingbeil plant härtere Gangart gegen Steuerbetrüger

Wer Steuern hinterzogen hat und sich selbst anzeigt, kann unter Umständen straffrei davonkommen. Dem Bundesfinanzminister ist die geltende Regelung ein Dorn im Auge.

Juristisches Tauziehen um Öltanker "Eventin" geht weiter
Russisches Öl vor Rügen

Juristisches Tauziehen um Öltanker "Eventin" geht weiter

Ein Tanker mit 99.000 Tonnen russischem Öl liegt seit über einem Jahr vor Rügen. Der Einziehung und Verwertung durch den Zoll erteilten Gerichte vorläufige Absagen. Aber der Zoll gibt nicht auf.

Gericht war nicht ordnungsgemäß besetzt
Schnarchen von der Richterbank

Gericht war nicht ordnungsgemäß besetzt

Wer schnarcht, schläft in der Regel – mit einer messerscharfen Schlussfolgerung hob der BFH eine Entscheidung des FG Sachsen-Anhalts auf. Ein ehrenamtlicher Richter war eingenickt und das Gericht damit nicht ordnungsgemäß besetzt.

Anwalt ist nicht der Postbote seines Steuerberaters
Vor dem Finanzgericht

Anwalt ist nicht der Postbote seines Steuerberaters

Wer ein fremdes Postfach benutzt, riskiert die Unzulässigkeit einer Klage. Dies wurde einem Anwalt zum Verhängnis, der über sein beA Schriftsätze einer Steuerberaterin einreichte, die ihn vor Gericht vertreten sollte. Die prozessualen Rollen müssten technisch abgebildet werden, so das FG Berlin-Brandenburg.

Wenn schon flüchtig, dann bitte erreichbar
Klage nach Steuerhinterziehung

Wenn schon flüchtig, dann bitte erreichbar

Weil er Corona-Maskendeals am Fiskus vorbeigeführt hatte, wurde nach einem Steuerschuldner gefahndet, der das Finanzamt nun ohne Angabe seiner richtigen Wohnanschrift verklagte. Wer eine Verhaftung befürchte, könne das durchaus so machen, so das FG Hamburg. Aber nur wenn er trotzdem erreichbar bleibe.