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Verfahrensrecht (AO, FGO, Gemeinnützigkeitsrecht)

Urteile und Nachrichten zu AO, FGO, Steuerbescheiden, Finanzgerichtsverfahren und Gemeinnützigkeitsrecht – im Überblick.

Aktuelles aus dem Verfahrensrecht (AO, FGO, Gemeinnützigkeitsrecht)

Eine Finanzbehörde informiert ohne Eid
DS-GVO-Auskunft

Eine Finanzbehörde informiert ohne Eid

Eine Finanzbehörde muss die Richtigkeit und Vollständigkeit einer erteilten datenschutzrechtlichen Auskunft nicht an Eides statt versichern. Die DS-GVO halte keinen solchen Anspruch bereit und er wäre auch nicht zielführend, sagt der BFH.

Schlechtes Timing geht zulasten des Mandanten
Mandatsniederlegung

Schlechtes Timing geht zulasten des Mandanten

Weil sich der Termin vor dem FG nicht mit einem Mandantengespräch vereinbaren ließ, legte ein Rechtsanwalt in einer Steuersache das Mandat nieder. Da er das zur Unzeit getan habe, muss seine von ihm vertretene Ehefrau sich das laut BFH zurechnen lassen.

Erneute Durchsuchungen bei der Deutschen Bank
Aktiengeschäfte aus Postbank-Zeiten

Erneute Durchsuchungen bei der Deutschen Bank

Deutschlands größtes Geldhaus muss wieder einmal Staatsanwälte und Steuerfahnderinnen in seine Räume lassen. Es geht um lang zurückliegende Geschäfte der inzwischen integrierten Postbank.

Wie ein Anwalt wirksam per Anwaltspostfach dem Finanzamt schrieb
Trotz beA-Verbot

Wie ein Anwalt wirksam per Anwaltspostfach dem Finanzamt schrieb

Dass die Finanzverwaltung seit 2024 nicht mehr über das beA erreichbar ist, ist noch nicht in der gesamten Anwaltschaft angekommen. Für ein Einspruchsverfahren wäre das fast ein Problem geworden – hätte das Finanzamt nicht eine besonders unglückliche Rechtsbehelfsbelehrung formuliert.

Steuerhinterziehung soll riskanter werden
Aktionsplan gegen Steuer- und Finanzkriminalität

Steuerhinterziehung soll riskanter werden

Im Kampf gegen die Steuer- und Finanzkriminalität haben Finanzminister Lars Klingbeil und Justizministerin Stefanie Hubig einen Aktionsplan vorgestellt. Das Ziel: das Entdeckungsrisiko und die Abschreckungswirkung deutlich erhöhen.

Eine Finanzbehörde informiert ohne Eid
Über dem Eingang eines Gebäudes steht in großen Lettern "Finanzamt".
DS-GVO-Auskunft

Eine Finanzbehörde informiert ohne Eid

Eine Finanzbehörde muss die Richtigkeit und Vollständigkeit einer erteilten datenschutzrechtlichen Auskunft nicht an Eides statt versichern. Die DS-GVO halte keinen solchen Anspruch bereit und er wäre auch nicht zielführend, sagt der BFH.

Fristen für Verpflichtungsklage zu beachten
Leitplanken für KI-unterstützte Justiz
DS-GVO-Auskunftsklage gegen Finanzamt

Fristen für Verpflichtungsklage zu beachten

Soll das Finanzamt auf Auskunft nach Art. 15 DS-GVO verklagt werden, kann das nicht jederzeit ohne Einhaltung von Fristen geschehen. Denn laut BFH ist der Anspruch mit einer Verpflichtungsklage geltend zu machen. Die Fristen dafür seien auch bei einer DS-GVO-Auskunftsklage zu beachten.

Finanzamt muss Insolvenzverwalter keine Auskunft geben
Vergessene Anrechte

Finanzamt muss Insolvenzverwalter keine Auskunft geben

Ein Insolvenzverwalter hat auf der Grundlage des Rechts der Informationsfreiheit gegenüber dem Finanzamt keinen Anspruch auf Auskunft über die steuerlichen Verhältnisse eines Insolvenzschuldners. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden. Die neue Abgabenordnung schließe solche Auskunftsansprüche im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung über zivilrechtliche Ansprüche in Übereinstimmung mit der DS-GVO aus.

Öffentliches Transparenzregister soll helfen
Attraktives Anwaltsnotariat
Kampf gegen Geldwäsche

Öffentliches Transparenzregister soll helfen

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will stärker gegen Geldwäsche und Steuertricks vorgehen. Dazu soll das Transparenzregister öffentlich zugänglich gemacht werden, wie das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" am 21.05.2019 berichtete. Mit dem seit 2017 bestehenden Register sollen Hintermänner verschachtelter Unternehmenskonstruktionen oder Briefkastenfirmen sichtbar werden, auch wenn sie im Ausland sitzen.

Rechtsanwälte müssen mandatsbezogene Daten zu Umsatzsteuerzwecken angeben
Codiertes Recht
BFH

Rechtsanwälte müssen mandatsbezogene Daten zu Umsatzsteuerzwecken angeben

Ist ein Rechtsanwalt beratend für Unternehmer aus anderen EU-Mitgliedstaaten tätig, muss er dem Bundeszentralamt für Steuern Zusammenfassende Meldungen übermitteln, in denen die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr) jedes Leistungsempfängers anzugeben ist. Wie der Bundesfinanzhof mit einem jetzt veröffentlichten Urteil vom 27.09.2017 entschieden hat, dürfen Rechtsanwälte die Abgabe dieser Meldungen mit den darin geforderten Angaben nicht unter Berufung auf ihre anwaltliche Schweigepflicht verweigern (Az.: XI R 15/15).

Eine Finanzbehörde informiert ohne Eid
Über dem Eingang eines Gebäudes steht in großen Lettern "Finanzamt".
DS-GVO-Auskunft

Eine Finanzbehörde informiert ohne Eid

Eine Finanzbehörde muss die Richtigkeit und Vollständigkeit einer erteilten datenschutzrechtlichen Auskunft nicht an Eides statt versichern. Die DS-GVO halte keinen solchen Anspruch bereit und er wäre auch nicht zielführend, sagt der BFH.

Wie ein Anwalt wirksam per Anwaltspostfach dem Finanzamt schrieb
Vergessene Anrechte
Trotz beA-Verbot

Wie ein Anwalt wirksam per Anwaltspostfach dem Finanzamt schrieb

Dass die Finanzverwaltung seit 2024 nicht mehr über das beA erreichbar ist, ist noch nicht in der gesamten Anwaltschaft angekommen. Für ein Einspruchsverfahren wäre das fast ein Problem geworden – hätte das Finanzamt nicht eine besonders unglückliche Rechtsbehelfsbelehrung formuliert.

22 Kilometer für den Arbeitgeber, 99 fürs Finanzamt
Ein Gebäude mit der Aufschrift "Finanzamt"
Steuerhinterziehung

22 Kilometer für den Arbeitgeber, 99 fürs Finanzamt

Wer seinem Arbeitgeber eine kürzere Pendelstrecke meldet als dem Finanzamt, riskiert mehr als eine Steuernachzahlung. Das FG Niedersachsen sah in den widersprüchlichen Angaben eines Firmenwagennutzers eine Steuerhinterziehung.

Privater Postdienstleister hebelt Drei-Tages-Frist aus
Orte des Rechts
Strukturelles Zustellungsdefizit

Privater Postdienstleister hebelt Drei-Tages-Frist aus

Eigentlich vermutet das Gesetz eine Zustellung von Bescheiden innerhalb von drei Tagen nach Aufgabe zur Post – dabei hat es aber nicht mit der Praxis eines privaten Postdienstes gerechnet. Ein Steuerverfahren war somit doch nicht verfristet und darf nun verhandelt werden. 

Finanzamt kann Steuerbescheide leichter ändern
Medienverbot statt Medienkompetenz?
Nachteil Digitalisierung

Finanzamt kann Steuerbescheide leichter ändern

Ein Ehepaar gibt eine korrekte Steuererklärung ab. Das Finanzamt übersieht Einkünfte aus Renten und berücksichtigt diese erst, als der Rentenversicherungsträger die gleichen Daten nochmal elektronisch liefert. Da ist der Steuerbescheid zwar längst raus, darf aber geändert werden, sagt der BFH.

Fristen für Verpflichtungsklage zu beachten
Leitplanken für KI-unterstützte Justiz
DS-GVO-Auskunftsklage gegen Finanzamt

Fristen für Verpflichtungsklage zu beachten

Soll das Finanzamt auf Auskunft nach Art. 15 DS-GVO verklagt werden, kann das nicht jederzeit ohne Einhaltung von Fristen geschehen. Denn laut BFH ist der Anspruch mit einer Verpflichtungsklage geltend zu machen. Die Fristen dafür seien auch bei einer DS-GVO-Auskunftsklage zu beachten.

Erneute Durchsuchungen bei der Deutschen Bank
Gebäude der Deutschen Bank
Aktiengeschäfte aus Postbank-Zeiten

Erneute Durchsuchungen bei der Deutschen Bank

Deutschlands größtes Geldhaus muss wieder einmal Staatsanwälte und Steuerfahnderinnen in seine Räume lassen. Es geht um lang zurückliegende Geschäfte der inzwischen integrierten Postbank.

Steuerhinterziehung soll riskanter werden
Formular einer Einkommensteuererklärung, darüberliegend ein mit "Selbstanzeige" überschriebenes Papier
Aktionsplan gegen Steuer- und Finanzkriminalität

Steuerhinterziehung soll riskanter werden

Im Kampf gegen die Steuer- und Finanzkriminalität haben Finanzminister Lars Klingbeil und Justizministerin Stefanie Hubig einen Aktionsplan vorgestellt. Das Ziel: das Entdeckungsrisiko und die Abschreckungswirkung deutlich erhöhen.

Cum-Ex-Kronzeuge kommt nicht ins Gefängnis
Orte des Rechts
Wegen Kooperationsbereitschaft

Cum-Ex-Kronzeuge kommt nicht ins Gefängnis

Sein früherer Mentor Hanno Berger sitzt längst hinter Gittern, das bleibt dessen einstigem Zögling Kai-Uwe Steck erspart. Die Kölner Staatsanwaltschaft scheiterte mit einem Antrag in Karlsruhe.

22 Kilometer für den Arbeitgeber, 99 fürs Finanzamt
Ein Gebäude mit der Aufschrift "Finanzamt"
Steuerhinterziehung

22 Kilometer für den Arbeitgeber, 99 fürs Finanzamt

Wer seinem Arbeitgeber eine kürzere Pendelstrecke meldet als dem Finanzamt, riskiert mehr als eine Steuernachzahlung. Das FG Niedersachsen sah in den widersprüchlichen Angaben eines Firmenwagennutzers eine Steuerhinterziehung.

Klingbeil plant härtere Gangart gegen Steuerbetrüger
Über einer Papier-Einkommensteuererklärung liegt ein weiteres Blatt, das in rot mit der Überschrift Selbstanzeige versehen ist. Quer über beide Blätter liegt ein roter Kugelschreiber.
Strafbefreiende Selbstanzeige

Klingbeil plant härtere Gangart gegen Steuerbetrüger

Wer Steuern hinterzogen hat und sich selbst anzeigt, kann unter Umständen straffrei davonkommen. Dem Bundesfinanzminister ist die geltende Regelung ein Dorn im Auge.

Umsatzsteuerermäßigung beim Hilfsmittelverkauf für Blinde nur bei fürsorgeorientierter Hilfestellung
Umsatzsteuerermäßigung beim Hilfsmittelverkauf für Blinde nur bei fürsorgeorientierter Hilfestellung

Umsatzsteuerermäßigung beim Hilfsmittelverkauf für Blinde nur bei fürsorgeorientierter Hilfestellung

Der Warenverkauf einer gemeinnützigen Blindenselbsthilfeorganisation, die Hilfsmittel für blinde und sehbehinderte Menschen vertreibt, unterliegt laut Bundesfinanzhof nur dann dem ermäßigten Umsatzsteuersatz, wenn neben der Produktberatung fürsorgeorientierte Hilfestellungen gegeben werden oder der Verkauf im Zusammenhang mit einem unentgeltlichen Kursangebot zur Förderung der gemeinnützigen Tätigkeit steht.

Keine Gemeinnützigkeit bei Hinweis auf Widerstandsrecht bezüglich Corona-Maßnahmen
Keine Gemeinnützigkeit bei Hinweis auf Widerstandsrecht bezüglich Corona-Maßnahmen

Keine Gemeinnützigkeit bei Hinweis auf Widerstandsrecht bezüglich Corona-Maßnahmen

Ein Verein zur Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens, der in Bezug auf die Corona-Maßnahmen auf das im Grundgesetz verankerte Widerstandsrecht hinweist und eine Abhängigkeit von Politikern von anderen Mächten behauptet, ist nicht gemeinnützig. Dies hat der Bundesfinanzhof in einem Eilverfahren entschieden. Dies gehe über das hinaus, was zur Verfolgung des Vereinszwecks erforderlich sei.

Uneinigkeit bei Gemeinnützigkeit von Männervereinen
Produkthaftung 2026
Finanzausschuss

Uneinigkeit bei Gemeinnützigkeit von Männervereinen

Nach einem Gerichtsurteil, dem zufolge einem Verein, der keine Frauen aufnimmt, die Gemeinnützigkeit und damit die Möglichkeit zur Steuerabsetzung von Spenden und Beiträgen entzogen werden kann, sind im Finanzausschuss des Bundestages die Meinungen über die Konsequenzen deutlich auseinandergegangen. Dies berichtete der parlamentarische Pressedienst am 29.01.2020. Zur Beratung stand ein Antrag der FDP-Fraktion "Gemeinnützigkeit mitglieder- und geschlechtsunabhängig stärken" (BT-Drs. 19/16038).

BFH bestätigt Gemeinnützigkeit eines Vereins zur Förderung des IPSC-Schießens
Orangefarbene Formen auf weißem Hintergrund

BFH bestätigt Gemeinnützigkeit eines Vereins zur Förderung des IPSC-Schießens

Ein Verein, dessen Zweck in der Förderung des Schießsportes (hier: des IPSC-Schießens) besteht, erfüllt die satzungsmäßigen Anforderungen an die Feststellung der Gemeinnützigkeit. Dies hat der Bundesfinanzhof entgegen einer allgemeinen Verwaltungsanweisung der Finanzverwaltung entschieden. Laut BFH ist das Urteil vom 27.09.2018, obwohl es einen Spezialbereich des Sportschießens betrifft, darüber hinaus bedeutsam für die Gemeinnützigkeit von Schützenvereinen (Az.: V R 48/16).

Ausschluss von Frauen steht Gemeinnützigkeit einer Vereinigung entgegen
Rechtspartnerschaften in Zeiten des Krieges
BFH

Ausschluss von Frauen steht Gemeinnützigkeit einer Vereinigung entgegen

Eine Freimaurerloge, die Frauen von der Mitgliedschaft ausschließt, ist nicht gemeinnützig. Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 17.05.2017 scheitert ihre Gemeinnützigkeit daran, dass sie nicht darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit im Sinne von § 52 Abs. 1 AO zu fördern (Az.: V R 52/15).

Weiteres passendes Rechtsgebiet

Steuerrecht / Bilanzrecht

Insolvenzverwalter-Vergütung als Betriebsausgabe absetzbar
Steuer Formular mit Taschenrechner Kugelschreiber und Geld
Kosten der Insolvenz

Insolvenzverwalter-Vergütung als Betriebsausgabe absetzbar

Darf ein Insolvenzschuldner die Vergütung seines Verwalters steuerlich geltend machen? Der BFH klärt die für Insolvenzrechtler wichtige Frage in einem Grundsatzurteil und sagt: ja – zumindest, soweit der Verwalter betriebliche Schulden abwickelt.

Alle Artikel aus dem Verfahrensrecht (AO, FGO, Gemeinnützigkeitsrecht)

Eine Finanzbehörde informiert ohne Eid
DS-GVO-Auskunft

Eine Finanzbehörde informiert ohne Eid

Eine Finanzbehörde muss die Richtigkeit und Vollständigkeit einer erteilten datenschutzrechtlichen Auskunft nicht an Eides statt versichern. Die DS-GVO halte keinen solchen Anspruch bereit und er wäre auch nicht zielführend, sagt der BFH.

Schlechtes Timing geht zulasten des Mandanten
Mandatsniederlegung

Schlechtes Timing geht zulasten des Mandanten

Weil sich der Termin vor dem FG nicht mit einem Mandantengespräch vereinbaren ließ, legte ein Rechtsanwalt in einer Steuersache das Mandat nieder. Da er das zur Unzeit getan habe, muss seine von ihm vertretene Ehefrau sich das laut BFH zurechnen lassen.

Erneute Durchsuchungen bei der Deutschen Bank
Aktiengeschäfte aus Postbank-Zeiten

Erneute Durchsuchungen bei der Deutschen Bank

Deutschlands größtes Geldhaus muss wieder einmal Staatsanwälte und Steuerfahnderinnen in seine Räume lassen. Es geht um lang zurückliegende Geschäfte der inzwischen integrierten Postbank.

Wie ein Anwalt wirksam per Anwaltspostfach dem Finanzamt schrieb
Trotz beA-Verbot

Wie ein Anwalt wirksam per Anwaltspostfach dem Finanzamt schrieb

Dass die Finanzverwaltung seit 2024 nicht mehr über das beA erreichbar ist, ist noch nicht in der gesamten Anwaltschaft angekommen. Für ein Einspruchsverfahren wäre das fast ein Problem geworden – hätte das Finanzamt nicht eine besonders unglückliche Rechtsbehelfsbelehrung formuliert.

Steuerhinterziehung soll riskanter werden
Aktionsplan gegen Steuer- und Finanzkriminalität

Steuerhinterziehung soll riskanter werden

Im Kampf gegen die Steuer- und Finanzkriminalität haben Finanzminister Lars Klingbeil und Justizministerin Stefanie Hubig einen Aktionsplan vorgestellt. Das Ziel: das Entdeckungsrisiko und die Abschreckungswirkung deutlich erhöhen.

Cum-Ex-Kronzeuge kommt nicht ins Gefängnis
Wegen Kooperationsbereitschaft

Cum-Ex-Kronzeuge kommt nicht ins Gefängnis

Sein früherer Mentor Hanno Berger sitzt längst hinter Gittern, das bleibt dessen einstigem Zögling Kai-Uwe Steck erspart. Die Kölner Staatsanwaltschaft scheiterte mit einem Antrag in Karlsruhe.

Gericht kann Hinweispflicht auf falsche Klageeinreichung treffen
EGVP statt beA

Gericht kann Hinweispflicht auf falsche Klageeinreichung treffen

Eine Klage erreicht das FG auf einem unzulässigen Übermittlungsweg. Ein Richter bestätigt den Eingang und fordert zur Klagebegründung auf, hält es aber nicht für nötig, den Anwalt auf die fehlerhafte Übermittlung hinzuweisen. Der BFH gewährt Wiedereinsetzung.

Klageeinreichung kann trotz falschen Formats wirksam sein
Word statt PDF

Klageeinreichung kann trotz falschen Formats wirksam sein

Ein Steuerberater reicht eine Klage elektronisch ein – allerdings als Word- statt als PDF-Datei. Sein Glück: Das FG, das die Akten noch in Papier führt, druckt die Klageschrift aus und nimmt sie zur Akte. Der BFH behandelt die Klage deshalb als formwirksam.

22 Kilometer für den Arbeitgeber, 99 fürs Finanzamt
Steuerhinterziehung

22 Kilometer für den Arbeitgeber, 99 fürs Finanzamt

Wer seinem Arbeitgeber eine kürzere Pendelstrecke meldet als dem Finanzamt, riskiert mehr als eine Steuernachzahlung. Das FG Niedersachsen sah in den widersprüchlichen Angaben eines Firmenwagennutzers eine Steuerhinterziehung.

Internetrecherche des Gerichts gehört in die Akte
Gewährung rechtlichen Gehörs

Internetrecherche des Gerichts gehört in die Akte

Wohl aus hintergründigen Internetrecherchen hat ein Finanzgericht abgeleitet, dass ein Kläger tatsächlich „persönliche Gründe“ verfolge und daher kein Rechtsschutzbedürfnis habe. Der BFH hebt auf: Solche Recherchen hätten im Verfahren zur Sprache kommen müssen.

Klingbeil plant härtere Gangart gegen Steuerbetrüger
Strafbefreiende Selbstanzeige

Klingbeil plant härtere Gangart gegen Steuerbetrüger

Wer Steuern hinterzogen hat und sich selbst anzeigt, kann unter Umständen straffrei davonkommen. Dem Bundesfinanzminister ist die geltende Regelung ein Dorn im Auge.

Juristisches Tauziehen um Öltanker "Eventin" geht weiter
Russisches Öl vor Rügen

Juristisches Tauziehen um Öltanker "Eventin" geht weiter

Ein Tanker mit 99.000 Tonnen russischem Öl liegt seit über einem Jahr vor Rügen. Der Einziehung und Verwertung durch den Zoll erteilten Gerichte vorläufige Absagen. Aber der Zoll gibt nicht auf.

Gericht war nicht ordnungsgemäß besetzt
Schnarchen von der Richterbank

Gericht war nicht ordnungsgemäß besetzt

Wer schnarcht, schläft in der Regel – mit einer messerscharfen Schlussfolgerung hob der BFH eine Entscheidung des FG Sachsen-Anhalts auf. Ein ehrenamtlicher Richter war eingenickt und das Gericht damit nicht ordnungsgemäß besetzt.

Anwalt ist nicht der Postbote seines Steuerberaters
Vor dem Finanzgericht

Anwalt ist nicht der Postbote seines Steuerberaters

Wer ein fremdes Postfach benutzt, riskiert die Unzulässigkeit einer Klage. Dies wurde einem Anwalt zum Verhängnis, der über sein beA Schriftsätze einer Steuerberaterin einreichte, die ihn vor Gericht vertreten sollte. Die prozessualen Rollen müssten technisch abgebildet werden, so das FG Berlin-Brandenburg.

Wenn schon flüchtig, dann bitte erreichbar
Klage nach Steuerhinterziehung

Wenn schon flüchtig, dann bitte erreichbar

Weil er Corona-Maskendeals am Fiskus vorbeigeführt hatte, wurde nach einem Steuerschuldner gefahndet, der das Finanzamt nun ohne Angabe seiner richtigen Wohnanschrift verklagte. Wer eine Verhaftung befürchte, könne das durchaus so machen, so das FG Hamburg. Aber nur wenn er trotzdem erreichbar bleibe.

Wenn die Störung zum Dauerzustand wird, hilft auch kein Fax
Elektronischer Rechtsverkehr

Wenn die Störung zum Dauerzustand wird, hilft auch kein Fax

Die Ersatzeinreichung ist für kurzfristige Übermittlungsprobleme gedacht, nicht für länger anhaltende Schwierigkeiten mit dem Steuerberaterpostfach (beSt). Der BFH wies daher eine per Fax und Brief eingereichte Nichtzulassungsbeschwerde zurück.

Privater Postdienstleister hebelt Drei-Tages-Frist aus
Strukturelles Zustellungsdefizit

Privater Postdienstleister hebelt Drei-Tages-Frist aus

Eigentlich vermutet das Gesetz eine Zustellung von Bescheiden innerhalb von drei Tagen nach Aufgabe zur Post – dabei hat es aber nicht mit der Praxis eines privaten Postdienstes gerechnet. Ein Steuerverfahren war somit doch nicht verfristet und darf nun verhandelt werden. 

Ablehnung erst im Urteil ist Gehörsverletzung
Zeitiger Antrag auf Terminverlegung

Ablehnung erst im Urteil ist Gehörsverletzung

Ein rechtzeitig gestellter Antrag auf Terminverlegung wurde erst im Urteil mit der Begründung unzureichender Substantiierung und Glaubhaftmachung abgelehnt. Der BFH konstatierte eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör. Das FG hätte Gelegenheit zur Nachbesserung des Antrags geben müssen.

Kein Anspruch auf Videokonferenz "in letzter Minute"
Autopanne vor dem Gerichtstermin

Kein Anspruch auf Videokonferenz "in letzter Minute"

Wenn das Auto Probleme macht, muss man im Zweifel mit dem ÖPNV kommen – eine Anwältin stellte nach Dienstschluss des Gerichts einen Antrag auf Videokonferenz für den Gerichtstermin am nächsten Morgen. Der musste nicht berücksichtigt werden, meinte nun der BFH.

Anwaltliche beA-Pflicht gilt grundsätzlich
Alter entschuldigt nicht

Anwaltliche beA-Pflicht gilt grundsätzlich

Erneut hatte das FG Berlin-Brandenburg über einen Anwalt zu entscheiden, der bei einem Verfahren in eigener Sache nicht das beA verwendet hat. Es gebe zwar begründete Ausnahmen von der Nutzungspflicht – eine Überforderung mit moderner Technik zähle allerdings nicht dazu.  

12 Minuten vor Urteilsverkündung reicht
Ablehnungsgesuch per beA

12 Minuten vor Urteilsverkündung reicht

Flattert ein Befangenheitsantrag ins Postfach, darf das Gericht nicht weiter verhandeln oder gar entscheiden. Der BFH hob jetzt ein Urteil auf, weil 12 Minuten vorher ein Antrag auf dem beA-Server eingegangen war. Dass die Richterin davon nichts wusste, sei unerheblich.

BVerfG hilft Steuerberatern in der Übergangszeit
Klagen auch ohne beSt

BVerfG hilft Steuerberatern in der Übergangszeit

Das BVerfG hat zwei Entscheidungen aufgehoben, die eine Nutzungspflicht des besonderen elektronischen Steuerberaterpostfachs (beSt) bereits ab dem 1. Januar 2023 annahmen. Zu diesem Zeitpunkt war der Zugang jedoch noch nicht flächendeckend verfügbar.

Finanzamt kann Steuerbescheide leichter ändern
Nachteil Digitalisierung

Finanzamt kann Steuerbescheide leichter ändern

Ein Ehepaar gibt eine korrekte Steuererklärung ab. Das Finanzamt übersieht Einkünfte aus Renten und berücksichtigt diese erst, als der Rentenversicherungsträger die gleichen Daten nochmal elektronisch liefert. Da ist der Steuerbescheid zwar längst raus, darf aber geändert werden, sagt der BFH.

Manchmal geht´s auch ohne beA
Anwalt klagt in eigener Sache

Manchmal geht´s auch ohne beA

Ein Berliner Anwalt klagte in eigener Sache – und das ganz klassisch per Brief. Das FG Berlin-Brandenburg hielt die fehlende elektronische Übermittlung trotz beA-Pflicht für unproblematisch. Der Grund: Der Anwalt durfte so Firmeninterna schützen.

Fristen für Verpflichtungsklage zu beachten
DS-GVO-Auskunftsklage gegen Finanzamt

Fristen für Verpflichtungsklage zu beachten

Soll das Finanzamt auf Auskunft nach Art. 15 DS-GVO verklagt werden, kann das nicht jederzeit ohne Einhaltung von Fristen geschehen. Denn laut BFH ist der Anspruch mit einer Verpflichtungsklage geltend zu machen. Die Fristen dafür seien auch bei einer DS-GVO-Auskunftsklage zu beachten.

Unterschiedliche Zinssätze verfassungsrechtlich zweifelhaft
Aussetzungs- und Nachzahlungszinsen

Unterschiedliche Zinssätze verfassungsrechtlich zweifelhaft

Während der Zinssatz für Aussetzungszinsen 0,5% pro Monat beträgt, liegt er für Nachzahlungszinsen seit 2019 bei 0,15%. An dieser unterschiedlichen Zinssatzhöhe bestehen ernstliche verfassungsrechtliche Zweifel, so das FG Köln unter Bezug auf einen Vorlagebeschluss des BFH von 2024. 

Auch Richter müssen sich vertreten lassen
BFH zum Anwaltszwang

Auch Richter müssen sich vertreten lassen

Wenn sich Anwälte vor Gerichten selbst vertreten dürfen, dürfen Richter das nicht auch? Nein, findet der BFH. Denn das Gesetz mache einen eindeutigen Unterschied.

Keine "Konzernbetrachtung" bei Versagen der Gemeinnützigkeit

Keine "Konzernbetrachtung" bei Versagen der Gemeinnützigkeit

Einem Verein, der verfassungsfeindliche Bestrebungen fördert, kann die Gemeinnützigkeit versagt werden. Aufgrund einer sich aus einem Verfassungsschutzbericht ergebenden Vermutungswirkung laut BFH allerdings nur dann, wenn der Bericht die Körperschaft als selbstständiges Steuersubjekt ausdrücklich als extremistisch bezeichnet.

Justiz soll es einfacher mit elektronischen Behördenakten haben

Justiz soll es einfacher mit elektronischen Behördenakten haben

Der Umgang mit elektronischen Behördenakten soll für Gerichte leichter werden. Dazu will das Bundesjustizministerium einheitliche Übermittlungsstandards vorgeben. Einen Verordnungsentwurf dazu hat es nun vorgelegt.

Vor Ersatzzustellung erst klingeln
Auch am Samstag bei Kanzleien

Vor Ersatzzustellung erst klingeln

Eine Ersatzzustellung durch Einlegen in einen Briefkasten ist nur dann wirksam, wenn der Zusteller vorher erfolglos versucht hat, das Schriftstück persönlich zu übergeben. Das gilt laut BFH auch dann, wenn an einem Samstag in Geschäftsräumen, hier einer Kanzlei, zugestellt wird.

Art der Aufzeichnungen kann zu Steuernachforderung führen
Gewinnberechnung

Art der Aufzeichnungen kann zu Steuernachforderung führen

Auch die Art und Weise, wie ein Steuerpflichtiger, der seinen Gewinn durch Einnahmenüberschussrechnung ermittelt, seine Aufzeichnungen geführt hat, ist laut BFH eine Tatsache, die – wenn sie dem Finanzamt nachträglich durch eine Außenprüfung bekannt wird – zur Korrektur eines bestandskräftigen Einkommensteuerbescheids führen kann.

Finanzamt muss die Finanzgerichtsordnung kennen

Finanzamt muss die Finanzgerichtsordnung kennen

Bei einem Finanzamt kann als bekannt vorausgesetzt werden, dass es verpflichtet ist, am elektronischen Rechtsverkehr teilzunehmen. Daran ändert sich auch nichts, wenn in der Rechtsmittelbelehrung Postanschrift und Faxnummer des BFH erwähnt werden. Ein gesonderter Hinweis auf § 52d FGO ist ebenfalls nicht erforderlich. 

Rechtsanwaltsgesellschaft mbH musste beA vor August 2022 nicht nutzen

Rechtsanwaltsgesellschaft mbH musste beA vor August 2022 nicht nutzen

Eine Rechtsanwaltsgesellschaft mbH war als Bevollmächtigte vor August 2022 nicht verpflichtet, das besondere elektronische Anwaltspostfach (beA) zu nutzen. Laut BFH bestand eine solche Pflicht auch dann nicht, wenn sie durch einen Rechtsanwalt als Vertreter handelte.

Keine Terminverlegung wegen Anwalts-Kurzurlaubs "ins Blaue"

Keine Terminverlegung wegen Anwalts-Kurzurlaubs "ins Blaue"

Ein Urlaub ohne Reiseziel und am festgelegten Tag einfach losfahren? Mit dieser Planung eines Anwalts konnte sich der BFH nicht identifizieren und bestätigte die Ablehnung eines Antrags auf Verlegung eines in die Urlaubszeit fallenden Termins.

Finanzamts-Briefkasten ist kein beSt-Ersatz

Finanzamts-Briefkasten ist kein beSt-Ersatz

Steuerberater müssen Klagen elektronisch über das besondere elektronische Steuerberaterpostfach (beSt) einreichen. Das gilt laut FG Niedersachsen auch dann, wenn sie sie nicht beim FG erheben, sondern beim beklagten Finanzamt "anbringen" – was generell möglich sei. Ein fristgerechter Einwurf in den Briefkasten des Finanzamtes reiche nicht.

Bekanntgabe eines Verwaltungsakts an Bevollmächtigten trotz Vollmachtswiderruf

Bekanntgabe eines Verwaltungsakts an Bevollmächtigten trotz Vollmachtswiderruf

Der BFH hat klargestellt, dass ein Verwaltungsakt auch dann wirksam bekanntgegeben ist, wenn er an einen Bevollmächtigten übersandt wird, dessen Vollmacht kurz zuvor widerrufen wurde. Dem Finanzamt war der Widerruf in dem entschiedenen Fall erst nach Absendung der Einspruchsentscheidung angezeigt worden.

Kindergeldantrag kann per beA gestellt werden

Kindergeldantrag kann per beA gestellt werden

Ein Anwalt kann Kindergeld formwirksam beantragen, indem er den Antrag über das beA an das besondere elektronische Behördenpostfach (beBPo) der Familienkasse übermittelt. Laut BFH sperrt die E-Formregelung in § 67 S. 1 Hs. 2 EstG nicht andere Formen der elektronischen Übermittlung.

Verdeckte Gewinnausschüttung erfordert Zuwendungswillen

Verdeckte Gewinnausschüttung erfordert Zuwendungswillen

Eine durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasste Vermögensverschiebung von einer Kapitalgesellschaft an einen Gesellschafter setzt einen Zuwendungswillen voraus. Ein solcher kann laut BFH aufgrund eines Irrtums des Gesellschafter-Geschäftsführers fehlen.

Keine Steuerrückerstattungen im Cum-Ex-Verfahren
Warburg Bank

Keine Steuerrückerstattungen im Cum-Ex-Verfahren

Bereits im November hatte das FG Hamburg eine Klage der Hamburger Warburg Bank gegen Steuerrückforderungen des Fiskus in Höhe von 155 Millionen Euro in einem Cum-Ex-Verfahren abgewiesen. Jetzt liegen die Urteilsgründe vor.

Richterbank auch ohne Zoom ordnungsgemäß besetzt
Videoverhandlung

Richterbank auch ohne Zoom ordnungsgemäß besetzt

Ist bei einer Videoverhandlung die Richterbank nur in der Totalen zu sehen, ohne dass sich die Gesichter der Richter heranzoomen lassen, um ihre Unvoreingenommenheit zu prüfen, verletzt das laut BVerfG nicht das Recht auf den gesetzlichen Richter. Die Gerichtsbesetzung sei deshalb nicht fehlerhaft.